An fremden Gestaden

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2 Jahre 11 Monate her #495 von Trystan Warrick
Trystan Warrick erstellte das Thema An fremden Gestaden
Schatten tanzten im Abendrot der Sonne auf dem Holz eines mächtigen Schiffes, das vor der Küste Klingenbergs den Anker geworfen hatte. Sie waren vor einigen Stunden hier angekommen, die Überfahrt war ruhig gewesen und man bereitete alles für die Rückreise vor, während man begann einige Kisten in ein Beiboot zu laden. Trystan war gerade an Deck und half bei einer besonders schweren Kiste zu heben als das Chaos ausbrach. Aus dem Inneren des Schiffes gab es ein lautes Geräusch, und bald hatte sich das Feuer überall ausgebreitet. Die großen Segel des Dreimasters brannten Lichterloh und die schweren Balken knarzten und knackten, ehe einer schließlich nachgab und Holz auf Holz krachte. Die Menschen an Bord wurden panisch, einige sprangen von Bord und suchten im Wasser Schutz, andere versuchten der Situation Herr zu werden. Auch Trystan versuchte zu helfen, wieder Kontrolle über das Geschehen zu erlangen. Dann gab es ein zweites Krachen unter Deck, und Holzteile drängten sich in das Blickfeld des jungen Mannes, der von der Explosion über Deck geschleudert wurde.

Trystan wusste nicht, wie lange er bewusstlos gewesen war, aber es wird wohl eine ganze Weile gewesen sein. Sein Körper lag am Ufer eines kleines Flusses, das Meer war nirgends zu sehen. Der junge Mann suchte etwas Holz zusammen und ließ sich am Lagerfeuer wärmen, während er darüber nachdachte, wie er nun vorgehen sollte. Dieses Land war ihm völlig fremd, er hatte außer der Kleidung am Leib nichts das ihm helfen würde. Er war vollkommen auf sich alleine gestellt. Still dankte er dem Herrn das er ihn gerettet hatte, ehe er sich auf den Weg machte. Wohin? Er wusste nicht genau wohin er gehen sollte. Er würde früher oder später schon jemanden finden, auch wenn die Nordmänner, die hier leben sollen, wohl nicht die freundlichsten waren.
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2 Jahre 11 Monate her #603 von Trystan Warrick
Trystan Warrick antwortete auf das Thema: An fremden Gestaden
Die Zeit, in der er sich durch den Norden schlug, war schnell vorbei. Zumindest kam es ihm so vor. Wie lange er wirklich durch die Gegend geirrt war, wusste er nicht. Doch nun lebte er in Eulenfels, einem recht stattlichem Dorf, wo er als Aufpasser für einen Händler, Jorren von Salzstein, arbeitete. Nunja, Taverne konnte man den Unterstand mit Küche nicht nennen, aber irgendwann würde es eine Taverne geben. Solange konnte er sich hier mit seiner Arbeit Essen und Unterkunft verdienen. Die Menschen waren freundlich, wenn auch etwas wild, aber mit jedem Problem das man löste, wuchs man doch ein wenig zusammen. Trystan konnte hier eine breite Auswahl an Fertigkeiten erlernen, von Steine schleppen zu Erz abbauen, Bäume fällen oder den Schwertkampf verbessern. Erst kürzlich hat er von Thorwald, dem besten Schmied der Siedlung, seine eigene Plattenrüstung hergestellt bekommen, nachdem es zu einem Konflikt mit einem Clan in der Nähe gab. Trotzdem wollte Trystan wissen, wie es um den Süden stand. Er hatte auf seiner Reise durch den Norden immer mal wieder kleinere Neuigkeiten mitbekommen, doch jetzt, wo er die Möglichkeit auf ein Pferd hatte, wo es ihm an Verpflegung nicht mangelte, würde er zurück nach Klingenberg reisen, auch wenn nur zu Besuch. Denn seine Arbeit hier im Norden war noch nicht getan, und die Eulenfelsener Bevölkerung war so etwas wie eine kleine Familie für ihn geworden.

Die Reise nach Klingenberg dauerte einige Tage, und auf dem Weg lernte er die Herrin von Seeblick kennen, eine junge Frau namens Adelina, auf die er Abends traf, und bei der er sich nach der Richtung erkundigte. Am nächsten Abend erreichte er endlich Klingenberg. Die Stadt die er als verfallen und verlassen in Erinnerung hatte, florierte scheinbar unter der Herrschaft der Königin. die Mauern waren instand gesetzt, das Umland sah ordentlich aus und schon von weitem konnte man die vielen Lichter der Stadt sehen. Es dauerte nicht lange, als er am Tor von einer Frau abgeholt wurde, die sich ihm als Mirlanda vorstellte. Die beiden redeten eine Weile, da die Königin bereits zu Bette war, und Trystan auch nicht wollte das man sie extra für ihn weckte. Das Gespräch dauerte bis in den Morgengrauen, und so bot man ihm an, doch eine Nacht hier zu verbringen. Am nächsten Morgen, nach ein wenig körperlicher Ertüchtigung, leistete Mirlanda ihm beim Frühstück Gesellschaft, während sie ihm einen Platz mit wunderbarem Ausblick auf das Meer zeigte, und die beiden sich wieder eine Weile unterhielten. Die Königin würde er wohl auch heute nicht antreffen können, weswegen er auf Mirlandas Angebot einging ein anderes Mal wieder zu kommen. Er verabschiedete sich mit einem Handkuss von der Dame, die ihm hier so angenehme Gesellschaft geleistet und ihn verköstigt hatte, und machte sich dann auf den Rückweg. Mirlanda hatte einen guten bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen, und er fühlte sich durchaus zu ihr hingezogen. Hoffentlich würde ihr nächstes Treffen nicht in allzu weiter Ferne liegen.

Nur eine Woche später reiste er erneut nach Klingenberg, und traf diesmal die Königin an, die ihn nach kurzem Überlegen erkannte. Die beiden tauschten sich über die Geschehnisse aus, und Trystan lernte, das er wohl der einzige Überlebende des Brandes sei. Er genoss die Vertrautheit, die Irene ausstrahlte, und er freute sich wie willkommen er hier war. Das Gespräch der beiden dauerte bis in die Nacht hinein, wenn es auch kurze Unterbrechungen gab, in denen die Königin ihren Pflichten nachgehen musste. Schließlich wurde es wieder Zeit den Heimweg anzutreten, mit dem Wissen das er wohl regelmäßiger die Hauptstadt des Südens besuchen würde. Zuletzt sprach er der Königin noch seinen Dank aus, und sprach ihr Unterstützung zu, wenn die politische Lage es so wollte. Im Herzen war er nunmal Südländer, und auch wenn er Eulenfels dankbar war, galt seine Loyalität in erster Linie seiner Königin.
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2 Jahre 11 Monate her #613 von Trystan Warrick
Trystan Warrick antwortete auf das Thema: An fremden Gestaden
Der Auftrag war eigentlich einfach: geht zu der Brücke südlich von der Landschmiede auf der östlichen Insel und pflanzt dort ein paar Bäume. Die Königin des Südens selbst war in das ferne Eulenfels gereist um die Zusage für diesen Auftrag zu geben. Trystan freute sich, das die Königin dem Dorf den Zuschlag dafür gegeben hatte, nicht viele Dörfer des Nordens hatten sich auf Aufträge im Süden beworben, und so zeigten die Eulenfelser wie sie eingestellt waren. Bram, der Förster des Dorfes, war schon erfreut den Setzlingen ein neues Zuhause zu verschaffen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse im Osten, war es ihm jedoch unwohl, alleine dort hin zu reisen, und so entschieden sich Thorwald und Trystan ihm Geleitschutz zu geben.

Das Trio war keine halbe Stunde vor Ort, die ersten Bäume waren gesetzt und doch lag noch viel Arbeit vor ihnen, als bewaffnete Reiter sich ihnen näherten. Sie trugen das Wappen des Usurpators Crussol, der hier im Osten gemeinsam mit Burg Gorgast das Geburtsrecht der Königin nicht anerkannte. Das konnte nichts gutes bedeuten, und schnell wurde die Befürchtung bestätigt. Sie würden gegen geltendes Recht verstoßen, weil sie offen Waffen trugen, und offenbar erkannte man Thorwald als den Kriegstreiber, der das Scharmützel an der Brücke angestachelt haben soll. Da weder Thorwald noch Trystan dem Befehl Folge leisteten, die Waffen niederzulegen entbrannte schnell ein hoffnungsloser Kampf. Sie waren in der Unterzahl, und die Gegner im Reiterkampf scheinbar deutlich besser trainiert als Trystan es selbst war. Aus dem Augenwinkel konnte er erkennen, wie Bran auf die Gruppe zustürmte, doch dann schleuderte ihn der Hieb eines Gegners vom Pferd, ehe ein stechender Schmerz an seiner rechten Seite ihm das Bewusstsein raubte.

Als Trystan zu sich kam war er gefesselt, seine Waffen wurden ihm genommen und neben sich erkannte er Bran. Eine Leiche war nicht zu sehen, also könnte Thorwald wohl entkommen sein. Die beiden wurden nach Crussol geführt, wo man die beiden nach ihren Beweggründen befragte, ehe man forderte den Kriegstreiber Thorwald ausgehändigt zu bekommen. Es gab ein hin und her, ehe schließlich der Großjarl, ganz zu Trystans erstaunen, gerufen wurde, um die beiden Gefangenen abzuholen. Kooperierte Steinar also mit dem Feind? Trystan war jedenfalls nur froh, dass er sein Leben nicht gelassen hatte, und wieder nach Hause zurückkehren konnte.
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2 Jahre 10 Monate her #624 von Trystan Warrick
Trystan Warrick antwortete auf das Thema: An fremden Gestaden
Das Dorf Thing war beendet. Bran hatte die Aufgaben verteilt und seine Befehle vergeben, nachdem das Dorf besprochen hatte, wie man mit der aktuellen Situation umzugehen hatte. Die Meinungen waren verschieden, doch bei einem war man sich sicher: Sie würden hinter ihrem Jarl stehen, und diese Prüfung gemeinsam durchstehen. Trystan sattelte sein Pferd und prüfte ob er genügend Vorräte in die Satteltasche gepackt hatte. Sein Blick glitt zu Torvi, die ähnlich beschäftigt war. Beide hatten von Bran den Auftrag erhalten die südlichen Lande zu kartographieren, und beide wussten genau, warum sie eigentlich unterwegs waren. Trystan war zuerst fertig, und ritt sofort gen Klingenberg, dem Ort zu dem Thorwald nach dem Kampf an Tahrans Brücke geflohen war. Sein Pferd trug ihn schnell durch das Land, und die beiden machten nur Rast, wenn es wirklich notwendig war. Der Winter wurde langsam unangenehmer, doch bisher war es noch zu ertragen, vor allem je südlicher man reiste. In Klingenberg angekommen wurde Trystan von der Königin empfangen, eine angenehme Überraschung, hatte er eher erwartet das sie beschäftigt sei. Das Gespräch war angenehm, wenn es ihm auch nicht weiterhalf. Die Königin der Flusslande hatte Thorwald aus Ihrer Stadt vertrieben, auch wenn er ihr am Herzen lag, also setzte Trystan seine Reise fort.

Tage vergingen, und der Reisende hatte bereits die gesamte Südinsel abgegrast, nun war er auf dem Weg die Westliche Insel zu durchkämmen. Erst vor kurzem war er auf Torvi getroffen, die selbst noch einmal nach Klingenberg reisen wollte. Auf der mittleren Insel war auch keine Spur von Thorwald, niemand hatte ihn gesehen oder von ihm gehört. Hatten die Franken ihn gefangen? Nein, davon hätte man sicherlich etwas mitbekommen. Trystan war fest davon überzeugt, das Crussol ihn öffentlich hinrichten lassen würde, und ein richtiges Spektakel daraus gestaltet werden würde. Thorwald lebte, wenn auch versteckt, irgendwo in diesen Landen.

Er war nicht oft auf der westlichen Insel gewesen, immerhin gab es hier auch nicht viel zu sehen. Es war sehr bergig, im Norden hatten sich vor kurzem erst einige Leute angesiedelt, die ihre Siedlung Sturmbucht nannten. Doch südlich davon? Kleinere Höfe, hier und da eine Burg. Nur Drakenstein und die bereits erwähnte Sturmbucht waren etwas größer. Ob Thorwald hier irgendwo untergekommen war? Trystan wollte nicht ganz daran glauben, aber ihm gingen die Optionen aus. Oben im Norden angefangen, arbeitete er sich gen Süden, ehe er schließlich auf eine kleine, einsame Hütte traf. Sie stand auf einem Hügel am Meer, und Abends könnte man hier wohl gut den Sonnenuntergang genießen. Hörte er da etwas? Und war das gerade eine Person am Fenster? Vorsichtig näherte er sich, und kündigte sich laut an. Eine Stimme rief, fragte ihn wer er war, und nach ein bisschen hin und her, stand Trystan in der Nähe der Türe, wo er von Thorwald und Torvi empfangen wurde. Sie war wohl auch vor kurzem hier angekommen. Kurz nach Trystan traf ein weiterer Suchender ein, der sich als Hans vorstellte, wohl ein weiterer Freund Thorwalds.

Die Suche hatte ein Ende. Die vier redeten bis in den späten Abend, sahen dem Sonnenuntergang zu un tranken gemeinsam, ehe sie sich entschlossen am nächsten Tag aufzubrechen. Hans erzählte von einer verlassenen Siedlung, die man benutzen könnte um Thorwald zu verstecken. Dort angekommen, fand die Gruppe nur einen Berg aus Schutt vor, sodass es nun hieß zu improvisieren. Man einigte sich auf das alte Landgut Novingrad, das erst vor kurzem verlassen wurde. Dort angekommen begutachteten die vier das Anwesen. Alles war gut in Schuss, es waren sogar noch ein paar Vorräte eingelagert. Schnell stand der Entschluss: hier würde er bleiben. Mit gemeinsamer Kraft, stand zügig ein Monument, mit dem er diesen Ort für sich beanspruchte.
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2 Jahre 10 Monate her #658 von Trystan Warrick
Trystan Warrick antwortete auf das Thema: An fremden Gestaden
Mit beinahe träumerischem Blick starrt Trystan aus dem Fenster und beobachtet die Schneeflocken während ihrer langen Reise. Er bewohnte dieses kleine Häuschen, direkt außerhalb des Haupttors, erst seit kurzem und entsprechend spärlich war es eingerichtet. Nicht einmal ein Bett hatte er bisher hier stehen, doch sicherlich würde man ihm in den nächsten Wochen ein wenig Einrichtung zimmern können. Bis dahin würde er er sich genügsam mit seinem Schlafsack zufrieden geben, und der kleinen Kiste in der er sein Hab und Gut lagern konnte. Irgendwann würde es hier schon heimisch werden. Die neugierigen, grünen Augen verfolgen eine kleine Schneeflocke, die in ihrem Weg zum Boden von seinem Fenster behindert wurde, und die Gedanken schweiften ab, in eine nicht all zu ferne Vergangenheit.

Er erinnerte sich gut daran, es war ein recht milder Wintertag gewesen, kurz nachdem Torvi und er den verlorenen Thorwald wiedergefunden hatten. Das alte Anwesen Novingrad bot ihm ein neues Heim, und die beiden halfen ihm dabei aufzubauen was bereits verfallen war. Die Sonne zwängte sich an den Wolken vorbei und tauchte die Welt in ihre Wärme, man konnte fast meinen sie wollte den Winter vertreiben. Trystan fröstelte etwas, weiter im Süden hinweg über das große Meer waren die Winter milder, die Häuser gut gewärmt. Hier saßen die drei, vier wenn Hans dabei war, an einem kleinen Feuer. Einen Tag zuvor hatte man ihnen den Priester Konrad vorgestellt, der eine Taufe für Thorwald vorbereiten, und ihn damit in den Bund des Christentums einführen würde. Eine schwierige Situation für alle Beteiligten, denn mit diesem Schritt würde er seinen Glauben, und damit wohl auch einen Teil seiner Landsleute, verraten. Zumindest gab es Menschen im Norden, die dieser Ansicht waren. Trystan selbst hielt es für den richtigen Schritt. Einen Christen würden die Franken nicht so bestrafen können wie einen Nordmann. Zumindest war so der Plan.

Trystan schloss einen Moment die Augen. Ja die Taufe war ein schönes Ereigniss gewesen. Er erinnerte sich gerne an die seiner Schwester zurück. Es gab eine große Feier und viele Gäste, köstliche Speisen und eine Menge Spaß. Er erinnerte sich, wie er mit den anderen Kindern Ritter spielte, wie sie mit Holzschwertern und Steckenpferden über den Hof rannten um Prinzessinnen vor Bösewichten zu retten. Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen, und er ließ sich auf seinen Schlafsack fallen, die Augen wieder geöffnet und den Blick auf die Decke des Häuschens gerichtet.

Greifswald war eine große Burg, und einer der wenigen Orte in den Flusslanden, in denen man einen richtigen Priester finden konnte. Thorwald war vorgeritten, um die Zeremonie abzusprechen, während Torvi und Trystan mit etwas Abstand folgten. Kaum hatten sie das Tor mit ihren Pferden durchschritten, trafen sie auf eine Person, die Trystan wohlbekannt war.

"Mirlanda. " murmelte er, während sein Blick erst von Decke zu Fenster schwenkte, ehe er sich schließlich wieder aufrecht hinsetzte. Sein erster Besuch in Klingenberg, nachdem er sich im Norden ein Leben aufgebaut hatte. Er wusste nicht ganz wieso, aber die junge Frau die ihn dort in Empfang genommen hatte, die ihn bewirtete und mit der er bis in die Nacht redete. Er hatte das Gefühl von Geborgenheit, von Zuhause. Von seinem jetzigen Standpunkt aus gesehen, machte es nur Sinn das er etwas wie eine Schwärmerei entwickelte. Es waren viele positive Gefühle, die er mit ihr verband, weil er seinen ersten Aufenthalt in der Hauptstadt mit ihr verbrachte. Er lächelte. Wie dumm er gewesen war, das er nicht erkannte oder wahrhaben wollte in welcher Beziehung sie zu Kilian steht. Thorwald erzählte es ihm bei einem Met, und für ein paar Tage war Trystan vielleicht nicht ganz der lächelnde verliebte Narr, wie er Torvi einmal tuscheln hörte. Es freute ihn riesig, wie Taluna und Torvi sich bemühten, seine Laune wieder zu verbessern. Wochen waren vergangen, und sein Lächeln war bereits lange zurückgekehrt.

Wie sie erfuhren, war Mirlanda wohl in Begleitung hier, und hatte diese verloren. Kaum hatte man sich begrüßt, war sie auch schon wieder davon geritten, und Torvi merkte an wie unhöflich sie das fand. Die beiden folgten ihr zu einem großen Haus, stellten ihre Pferde ab und gesellten sich zu Thorwald, der hier bald den Namen Sebastian annehmen würde. Zu Trystans großer Verwunderung wurden sie kurze Zeit später von Königin Irene beehrt, die sich das ganze ebenfalls ansehen wollte. In der Wartezeit, wurden alle gerüsteten gebeten, einfache Gewänder anzulegen, oder sich zumindest offensichtlicher Teile zu entledigen. Sowohl Mirlanda, als auch Torvi brauchten einen Moment, in denen sie sich umzogen, während Trystan die gröbsten Plattenteile auf einen nahen Tisch legte. Dann ging es in ein Zimmer des großen Fachwerkhauses, in dem mehrere Reihen Stühle, und davor ein Altar aufgebaut waren. Die Messe war so, wie er sie in Erinnerung hatte, außer einer Sache. Torvi. Als Frau des Nordens war sie mit den Bräuchen der Christen so wenig vertraut, wie er selbst mit denen der Kelten oder Asiaten. Leise, ohne die Messe zu stören, versuchte er ihr zu helfen, was sie sagen musste, was sie zu tun hatte. Sie drückte seine Hand, die er ihr angeboten hatte, immer wieder wenn sie unsicher war, wenn sie sich unwohl fühlte. Und er war für sie da.

Bei diesem Gedanken lächelte er. Diese Messe war nicht nur ein neuer Anfang für Thorwald, auch für Trystan hatte dort etwas neues begonnen. Eine vertraute Freundschaft zu Torvi, mit der er seit dem verschwinden des "Kriegstreibers", wie ihn die Franken nannten, mehr und mehr Zeit verbrachte. Erst um Thorwald zu finden, dann um ihm zu helfen oder sich auszutauschen, schließlich auch ohne ihn, um das Gespräch zu suchen und sich einfach zu unterhalten. Mit den Wochen, die vergangen waren, waren die beiden Freunde, und er schätzte das Vertrauen, das sie ihm entgegenbrachte. Er war für sie da gewesen, das stimmte, er hatte sie aufgefangen als sie es brauchte. Trotzdem stellte sie sich selbst oft zurück und tat so, als ob sie nicht wichtig sei. Trystan war da nicht ganz ihrer Meinung. Ihre Nähe war angenehm, schenkte ihm Freude und er hatte das Gefühl hier in Eulenfels akzeptiert zu sein. am Anfang war es wohl Torvi gewesen, die offen gegen Christen wütete, nun war er, bekennender Christ, einer ihrer Vertrauten. Sein Lächeln wird breiter. Was für ein Gesicht sie gemacht hatte, als er ihr gestern Blumen schenkte. Es waren Wildblumen, die er auf dem Weg von der Miene aufgesammelt hatte. Die standen nur einige Meter vom Wegesrand enfernt und fielen ihm direkt ins Auge. Vorsichtig hatte er sie samt Wurzel ausgegraben und schließlich am Abend ihr überreicht. Sie machte große Augen, pflanzte sie sofort in den Garten vor ihrem Haus und dankte ihm dafür. Ob er ihr erzählt hätte, was er denkt, wenn nicht Razlov gekommen wäre? Trystan schmunzelte und sah in den Himmel, zu dem Ort den die Schneeflocken ihre Heimat nannten und lächelte schließlich wieder. Er würde ihr Herz gewinnen. Immerhin war er der verliebte Narr, und waren es nicht immer die Narren, die in den Geschichten das Herz einer Frau eroberten?
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2 Jahre 10 Monate her - 2 Jahre 10 Monate her #669 von Trystan Warrick
Trystan Warrick antwortete auf das Thema: An fremden Gestaden
Es war Nacht. Lediglich der Schein seiner Fackel spendete ihm etwas Licht und Wärme, während die Kälte in seine Kleidung zog, und die Schritte seines Pferdes langsamer wurden. Stillstand. Trystans Hände hatten sich um die Zügel gekrampft, während er die Zähne zusammen biss und ein leichtes, aber stetiges Zittern seinen Körper erfüllte. Er atmete tief durch, versuchte seine unregelmäßige Atmung unter Kontrolle zu bringen, ehe die Zügel aus seiner Hand glitten, und Trystan vom Pferd stieg. Er ging ein paar Schritte und versuchte seine Gedanken zu sortieren. Bis vor ein paar Minuten, ritt er mit Torvi und Sebastian durch den Wald, auf dem Weg zur westlichen Insel wie es schien. Er hatte eine Idee wohin die Dame des Grüppchens die beiden Herren bringen wollte, ehe Trystan das Gespräch mit Thorwald suchte, und sich deswegen etwas zurückfallen lies. Es lief nicht ganz wie er gehofft hatte, im Gegenteil, der ehemalige Nordmann und neugetaufte Christ bestätigte nur was er befürchtet hatte. Rein freundschaftlich war die Beziehung zwischen ihm und Torvi nicht.

Jetzt stand er hier. Eigentlich hatte er gesagt, er wolle nach Eulenfels zurückreisen, doch der einzige Weg führte über die selbe Brücke, die wohl auch die anderen beiden nehmen würden. Vorsichtig ergriff Trystan die Zügel und verknotete sie an einem nahen Baum, an den er sich schließlich auch anlehnte und langsam zu Boden rutschte, während er gequält lächelte. Wie euphorisch er gestern gewesen war. Er würde Kämpfen, und ihr Herz gewinnen, hatte er sich selbst gesagt, sich ermutigt zu wagen sein Herz zu öffnen. Er war wirklich ein verliebter Narr. Laub und Äste knackten unter seiner Faust, die auf den Boden neben ihm schlug. Verdammt! Verdammt, verdammt, verdammt! Sebastian war ein Schwerenöter seinesgleichen. Kaum lief es mit der Königin nicht so wie er wollte, da schmiss er sich an Torvi ran? Und erzählte sie nicht auch, das er Elins Herz gebrochen hätte? Das konnte er nicht zulassen.

Mut. Den würde er brauchen um Thorwald entgegenzutreten. Die beiden waren Freunde, aber bei der Liebe hörte es bekanntlich auf. Ehre. Trystan konnte nicht zulassen das er weitere Herzen brach, weil seiner stürmischen Natur eben danach war. Keine Dame hatte es verdient so behandelt zu werden, und es war seine Pflicht dem entgegenzuwirken.
Treue. Eben weil Trystan und Thorwald befreundet waren, musste er handeln. Freunde waren dafür da, die Fehler des anderen aufzuweisen, und im Zweifelsfall entsprechend zu handeln.

Langsam erhob sich Trystan und streichelte über die Seite seines Pferdes, langsam löste er die Zügel. Eulenfels würde warten müssen. Mit einem Ruck war er auf den Pferderücken gestiegen, erst langsam, dann immer schneller setzte sich das Tier in Bewegung. Die anderen beiden würden vielleicht zehn, fünfzehn Minuten Vorsprung haben. Taktischer Rückzug. Dieses Wort passte wohl am besten auf sein Zurückbleiben. Jetzt hatte er seine Gedanken gesammelt und war bereit für die Schlacht. Seine Kriegserklärung, würde er Thorwald persönlich überbringen.
Letzte Änderung: 2 Jahre 10 Monate her von Trystan Warrick.
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